31.03.2023

Medical Valley Center Bamberg: Zwischenbilanz und Ausblick

Auf dem Weg zum Impulsgeber für eine ganze Region. Die fünf geförderten Unternehmen des Medical Valley Centers Bamberg ziehen eine erfolgreiche Zwischenbilanz, sehen aber auch Entwicklungsbedarf. Das wurde beim Austausch mit Staatsministerin Melanie Huml deutlich. Die Bamberger Landtagsabgeordnete hatte zum Runden Tisch geladen, um mit den Projektpartnern das weitere Vorgehen zu besprechen. 

Nach der Anschubfinanzierung durch den Freistaat Bayern wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen. So lautet das primäre Ziel der Geschäftsführer. Dabei seien alle Projektpartner auf einem guten Weg, berichten Christian Weigand vom Mobile Health Lab des Fraunhofer IIS, Stefan Bartosch vom Digital Health Application Center dmac, Susan Lindner vom HTK Hygiene Technologie Kompetenzzentrum, Frank Zitzmann vom Ifohra Institut und Frank Feick vom Skills Lab, ein Projekt der Bamberger Akademien für Gesundheitsberufe gGmbH, die von Michael Springs vertreten wird. 

Mit insgesamt 13,5 Millionen Euro fördert Bayern die fünf Unternehmen als Grundstein des Medical Valley Centers Bamberg – eine sinnvolle Investition in Bambergs Zukunft, findet die Abgeordnete Huml. „Die Gesundheit- und Pflegewirtschaft sind Wachstumsbranchen. Das Potential gilt es zu nutzen, damit Bamberg ein starker Wirtschaftsstandort bleibt. Deshalb habe ich mich für die direkte Anbindung ans Medizintechnik- und Gesundheitsspitzencluster Medical Valley eingesetzt und freue mich über die erfolgreiche Entwicklung der geförderten Unternehmen“, berichtet Huml. Nun sei es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen und eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, so die Ministerin weiter. 

Bislang entwickelten sich die fünf Projektpartner gut, wenn auch noch weitgehend unabhängig voneinander. „Sinnvolle nächste Schritte könnten sein, enger zusammenzuarbeiten und mehr Netzwerkarbeit zu betreiben“, erklärt Melanie Huml. Ihr Ziel: „Unser Medical Valley Center Bamberg soll echte Strahlkraft entwickeln und Bamberg als Innovationsstandort der Gesundheitswirtschaft positionieren.“ 

Ein Meilenstein auf dem Weg dorthin wird der gemeinsame Umzug in den Neubau „Lagarde 2“ sein, geplant für 2025. Da der nördlichste Standort im Medical Valley EMN den Schwerpunkt auf die Anwendung legt, werden in dem modernen Gebäudekomplex auch ein innovatives Demenzzentrum, ein Quartiersbüro sowie Mietflächen für weitere Unternehmen und Einrichtungen der Daseinsvorsorge verortet sein. Dieser gelebte Netzwerkansatz wurde sogar für die Start-Up Challenge der ALTENPFLEGE 2023 nominiert, die internationale Leitmesse der Pflegewirtschaft. Entstehen soll das Medical Valley Center direkt neben dem Digitalen Gründerzentrum Lagarde 1.  

Was braucht es noch, um Impulsgeber und Magnet zu sein? Darüber wollen sich die fünf Projektpartner nun gemeinsam beraten. Melanie Huml ist zuversichtlich: „Die geförderten Unternehmen haben schon viel erreicht und ein innovatives Produktportfolio. Sie sind bereits eine Bereicherung für unseren Wirtschafts- und Gesundheitsstandort Bamberg. Ich bin überzeugt, dass sie auch die anstehenden Herausforderungen meistern können und unterstütze weiterhin sehr gerne.“ 

Vorstellung der 5 Projektpartner: 

Das Mobile Health Lab des Fraunhofer IIS arbeitet auf dem Gebiet der medizinischen Datenkommunikation, dabei vor allem an der Entwicklung von Telemedizin-IT-Plattformen, wie dem „Digitalen Patientenmanager“ (DPM), zur Vernetzung von Dienstleistern über alle Sektoren hinweg. „Ziel ist die Schaffung von dezentralen jedoch interoperablen Infrastrukturen für die medizinische Kommunikation und Datenaustausch. Individuelle Patientendaten können automatisiert erhoben und zwischen Nutzenden und zuständigen Leistungserbringenden (Arzt, Krankenhaus, Therapeut) ausgetauscht werden. Das gilt für telemedizinische Anwendungen, wie für den Austausch und das Management von Daten bei klinischen Studien“, erklärt Christian Weigand, Manager des Mobile Health Lab Bamberg. 

„Im Digital Health Application Center dmac stellen wir Wissen und Technologie zur Verfügung, um Hersteller dabei zu unterstützen digitale Gesundheitsinnovationen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, die das Leben der Menschen verbessern“, berichtet Geschäftsführer Stefan Bartosch. Konkret: Das dmac begleitet andere Unternehmen entlang des gesamten Innovationsprozesses sowohl in beratender als auch operativer Form – von der Strategieberatung zu Marktzugang und Rückerstattung, über klinische Forschungsdienstleistungen und gesundheitsökonomische Evaluationen bis hin zur Durchführung von Innovationsprogrammen für Startups. 

Die HTK Hygiene Technologie Kompetenzzentrum GmbH ist ein unabhängiges Institut für anwendungsorientierte Forschung, Beratung und Bildung vorrangig zu den Schwerpunkten Hygienemanagement und Infektionsprävention. „Wir sind Projektdienstleister für Unternehmen aus der Medizintechnik, für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, aber auch branchenübergreifend tätig. Bei der Entwicklung oder Implementierung neuer Produkte im Gesundheitskontext ist das interdisziplinäre Team des HTK der Übersetzer zwischen Entwicklern und Anwendern, um so Innovationen in der Praxis zu verankern“, erklärt Geschäftsführerin Susan Lindner. Das HTK ist Teil der Unternehmensgruppe Sozialstiftung Bamberg.  

„Im Skills Lab Bamberg haben Patientinnen und Patienten, Industrie, Gesundheitsunternehmen und Berufsangehörige unterschiedlichster Professionen die Möglichkeit, neue Technologien, Produkte und Prozesse anzuwenden und somit die Gesundheitsversorgung auf ein neues Level zu heben“, so Michael Springs, Geschäftsführer der Bamberger Akademie für Gesundheitsberufe gGmbH. Projektleiter Frank Feick ergänzt: „Als innovativer Lernort bieten wir Lernenden die Möglichkeit, Handlungsabläufe aus ihrem Berufsalltag realitätsgetreu zu erfahren und zu trainieren. Durch moderne Technologien, wie zum Beispiel High Fidelity Simulatoren, sprachgesteuerte Tools und VR entstehen neue Möglichkeiten zur Unterstützung des Lernens.“ Zusätzlich biete sich die Gelegenheit, den Alltag von Patientinnen und Patienten sowie Kolleginnen und Kollegen anderer Professionen nachzuempfinden. So würden nicht nur Fach- und Methodenkompetenzen, sondern auch Sozial- und Personenkompetenzen gefördert und weiterentwickelt.  

IFOHRA agiert an der Schnittstelle zwischen Gesundheitseinrichtungen und MedTech-Herstellern. IFOHRA ermöglicht die Optimierung der qualitativen und quantitativen Wertschöpfungsketten in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Alten-/ Pflegeheime und Medizinischen Versorgungszentren durch z.B. Automatisierung, Prozessstandardisierung, -optimierung und -digitalisierung. „Mit unserem branchenübergreifenden Partnernetzwerk entwickeln wir langfristige Technologievorhaben im Rahmen der Automatisierung/ Robotik, 5G-Infrastruktur, der Digitalisierung von klinischen Unterstützungsprozessen sowie der Optimierung der Logistikinfrastrukturen. Basierend auf dem von IFOHRA entwickelten und wissenschaftlich fundierten Prozessreife-Referenzmodell helfen wir klinischen Dienstleistern bei der Verbesserung ihrer gesamten Abläufe und Wertschöpfungsketten, um auch mit knappen Personalressourcen hochwertige Dienstleistungen erbringen zu können“, erklärt Geschäftsführer Frank Zitzmann.